TCM Ernährung,  TCM Wissen

Ein Quantum Schokoladen-Trost

Eben bin ich selbst drauf reingefallen – dieses Gefühl nach dem Essen, dass man noch nicht satt ist und noch irgendwas braucht… Schokolade vielleicht? Unbedingt! Und bis ich schauen konnte war eine halbe Tafel verdrückt. Was ist da passiert?

Chinesisch gesehen stimmen zwei Dinge nicht. Die Lebensenergie Qi ist aus dem Gleichgeweicht, genauso wie meine Mitte. Heißhunger ist immer ein Zeichen, das dem Körper etwas fehlt, meistens ist das Qi aus der Nahrung ungenügend – das heißt: das falsche Essen versorgt unseren Körper nicht mit ausreichend gutem Qi. Das ist vor allem bei Fertiggerichten der Fall, oder zu viel Brot- und Wurstmahlzeiten. Diesen Gerichten fehlt das Qi.

Das Qi und die Mitte

Eine gesunde Mitte regelt den Bedarf an Nährstoffen durch einen gesunden Appetit – jegliche Störung im Appetitverhalten, sei es zu viel oder zu wenig, deutet auf ein Ungleichgewicht im Funktionskreis Milz (Achtung, nicht zu verwechseln mit der westlichen Milz) hin. Unser Körper weiß in der Regel ganz genau was für ihn gut ist und was nicht. Wir haben nur verlernt auf seine Stimme zu hören. Die Mitte muss alles verdauen was auf uns einprasselt, nicht nur die Nahrung, und dabei „Klares vom Trüben“ trennen. Neben der Nahrung sind das vor allem Emotionen, Stimmungen, Soziales und Informationen.

Der Geschmack der Milz ist das Süße. Insofern ist es nicht verkehrt, dass sie nach Süßem verlangt, um sich zu regulieren. So ist es auch der erste Geschmack, den wir als Neugeborenes in Form der Muttermilch kennenlernen.

Süßes entspannt zudem den Funktionskreis Leber. Er ist der Schlüssel zu unserer Lebensenergie und sorgt für einen weichen Fluss des Qi in unserem Körper. Ist er nicht im Gleichgewicht attakiert er gerne die Mitte. Die Frage ist: Auf welchen Boden trifft er? Ist die Mitte eh schon geschwächt greifen wir nur zu gern unüberlegt in die Süßigkeiten-Kiste oder gönnen uns doch die fettigen Pommes.

Wie können wir das verhindern?

  1. Frühstücken, am besten etwas Süßes. Damit ist nicht das Croissant oder die Marmeladensemmel gemeint, sondern Süßes in Form von Getreide und (gekochtem) Obst.
  2. Regelmäßig essen. Mit genügend Abstand zwischen den Mahlzeiten.
  3. Nicht zu viel essen, ein Viertel sollte im Magen frei sein.
  4. Einfach nur essen – „Denken schadet der Verdauung“, sagen die Chinesen. Deswegen gilt: Nichts nebenbei machen, kein Fernseher, kein Buch, sondern einfach nur genussvoll und achtsam Essen. Vielleicht eine der schwersten Übungen.
  5. Ausreichend Bewegung und Entspannung in unseren Alltag integrieren.

Neben der Regel Nummer vier am wichtigsten: auf unsere innere Stimme hören und uns hinterfragen.

Was brauche ich wirklich?

Ist es vielleicht eher Durst statt Hunger? Dann hilft ein Glas lauwarmes Wasser. Oder ist es Druck und Anspannung, die auf einem lastet? Dann ist ein Spaziergang die bessere Wahl. Der entspannt den Funktionskreis Leber und damit den Angreifer. Das wäre für mich eindeutig die bessere Wahl gewesen… Ein schlechtes Gewissen sollte man sich bei Ausrutschern trotzdem nicht machen, denn damit verdaut es sich am allerschlechtesten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.