Jahreszeiten,  TCM Ernährung

Die TCM Ernährung im Sommer inkl. Tipps fürs Grillen

Ohne Holz kein Feuer. Was die Wandlungsphase Holz im Frühling begonnen hat, vollendet nun das Feuer. Feuer, und damit der Sommer, steht für höchste Aktivität und pure Lebensfreude. Es ist die Zeit der Fülle und vollen Blüte, der Farbenpracht und des satten Grüns. Wir genießen das Leben in vollen Zügen – auch kulinarisch. Ein Grillfest jagt das nächste und du greifst munter zu: Steak und Cocktails, Pommes, Baguette und Salatbuffet. Als Nachspeise und zur Abkühling gibt’s ein Eis und kalte Sommer-Limonaden.

Ab und zu mit Genuss gegessen und getrunken ist das auch nicht schlimm. Ich möchte sicherlich kein Grill- oder Eisverbot aussprechen. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass wir die Ernährung im Sommer gerne allzu leicht nehmen und sich der Schlendrian einschleicht… Die Folgen davon merkst du oft erst im Herbst. Die entstandene Feuchtigkeit zeigt sich als andauernde Müdigkeit, als Hüftspeck oder als hartnäckige Schnupfennase.

Die TCM Ernährung im Sommer

ist idealerweise

  • Hitze kühlend
  • Säfte spendend & Blut aufbauend
  • leicht und bunt

Die Wahl der Lebensmittel & Kochmethode

Mit der richtigen Wahl der Lebensmittel sorgen wir für Kühlung und Bewahrung der Körpersäfte. Schwitzen schmälert die Säfte und das Yin, diese sollten wir über die Ernährung wieder auffüllen und den Körper vor Austrockung schützen.

Das gelingt zum Beispiel über die Kochmethoden: Günstig sind Kochen, Dünsten, Blanchieren oder Dämpfen. Das beliebte Grillen sorgt – genau wie Braten und Frittieren – für noch mehr Hitze und ist deshalb nicht optimal. Du kannst es aber mit ein paar Tipps bekömmlicher machen.

Fünf Tipps, um Grillen nach TCM verträglicher zu machen

  • Statt Fleisch kannst du Fisch oder Tofu grillen.
  • Wenn Fleisch (idealerweise mageres Fleisch wie Hühnchen oder Rind), dann mariniere es selbst.
  • Als Beilage eignen sich gedünstetes Sommergemüse mit viel frischen Kräutern, Kartoffelsalat, Ofengemüse oder Reis statt rohem Salat und/oder Baguette.
  • Vermeide erhitzende Zutaten wie Lammfleisch, Chili, Curry, Tabasco und hochprozentigen Alkohol vermeiden.
  • Nicht öfter als einmal die Woche.

Der Sommer-Teller: leicht & bunt

Zum anderen darfst du jetzt aus den Vollen schöpfen und die ganze Farbpalette des Sommers auf deinem Teller anrichten: Mangold, Brokkoli, Blumenkohl, Tomaten, Zucchini, Rettich, Radieschen und Salate haben Saison, sind leicht kühlend und spenden Säfte. Generell gilt, je wasserhaltiger das Obst oder Gemüse ist, desto kühlender ist es.

Für Salate gilt: Sie kühlen im Sommer optimal, sind jedoch als pure Hauptmahlzeit nicht für jeden geeignet. Besser ist, sie mit etwas Gekochtem zu kombinieren. Die Betonung liegt dabei auf gekocht, nicht gegrillt. Denn das allseits beliebte Mittagessen „Steak auf Salat“ vereint thermisch Kaltes mit thermisch Heißem – das liegt in den meisten Fällen stundenlang unverdaut im Magen. Besser ist: Ein bunter Teller mit einem gekochten Getreideanteil sowie etwas rohen Salaten. Neudeutsch sagt man „Bowl“ dazu.

Porridge mit Erdbeeren
Porridige mit Erdbeeren

Auch wenn es erstmal komisch klingt, ein gekochtes Frühstück ist auch im Sommer zu empfehlen. Ein Porrdige oder Getreidebrei mit kurz angedünsteten Früchten wie z.B. Beeren, Apfel, Aprikosen, Trauben oder Kirschen weckt morgens sanft deinen Stoffwechsel auf.

Die Hauptmahlzeit sollte mittags gegessen werden. Dem entspricht die Wandlungsgphase Feuer. Das Yang ist dann am aktivsten und sollte für die Verdauung genutzt werden.

Das beste Getränk – auch im Sommer – ist lauwarmes Wasser, z.B. mit einem Zweig frischer Minze oder einem Spritzer frischer Zitrone. Das sorgt für eine sanfte Kühlung.

Darauf solltest du im Sommer eher verzichten

Vorsicht ist bei den Verlockungen des Sommes geboten: Eis, eisgekühlte Getränke und zu viel rohe Früchte oder Obst-Smoothies schwächen die wärmenden Kräfte des Funktionskreis Milz.

Genauso ungünstig ist alles was stark erhitzt: Gewürze wie Zimt, Sternanis und Ingwer (Vorsicht bei fertigen Porridge-Mischungen) sollte man lieber verzichten. Genauso wie auf Chili, Tabasco, „Feuersoßen“ hochprozentigen Alkohol und Co. beim Grillen. Scharfes und Heißes schmälert die Säfte im Sommer zu sehr. Kaffee, Chai-Tee oder Yogi-Tees trocknen ebenfalls aus.

Allgmein brauchen wir im Sommer weniger bis gar kein Fleisch. Fleisch ist sehr aufbauend, nährend und wärmend. In den heißen Monaten können wir sehr gut darauf verzichten. Stattdessen kannst du Tofu verwenden. Die

Kurz & knapp: Die sechs wichtigsten Tipps

  • Esse auch im Sommer ein warmes Frühstück
  • Achte beim Grillen auf Bekömmlichkeit
  • Kombiniere Salate mit gekochten Zutaten
  • Genieße die Extreme wie Eis oder Alkohol max. einmal die Woche
  • Trinke lauwarmes Wasser
  • Esse weniger Fleisch, dafür mehr Gemüse

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