Jahreszeiten,  TCM Ernährung

Kraft für unsere Essenz – der Winter nach TCM

Die ersten Schneeflocken sind bei uns in Südbayern schon gefallen und es ist teilweise klirrend kalt. Ich freue mich auf die Vorweihnachtszeit, unseren Adventskalender, wärmenden Punsch, selbstgemachte Plätzchen, die Weihnachtsmärkte und vor allem auch die Gerüche. Überall duftet es nach Gebäck, Zimt, Sternansis, Tannenzweigen, Punsch… Der Winter ist die Zeit der Kälte, der Dunkelheit und der Stille. Er ist dem Funktionskreis Niere und dem Element Wasser zugeordnet.

Laut chinesischem Kalender sind wir seit Mitte November im Winter – der Zeit der Wandlungsphase Wasser, des Funktionskreises Niere und des großen Yin. Wasser ist unser aller Lebensgrundlage, wir bestehen zu rund 60 Prozent aus Wasser und nehmen wir keines zu uns, können wir nur wenige Tage überleben. Dazu gehört nach TCM die Jahreszeit Winter. Die Zeit der Sammlung, des Rückzugs, der Stille – dem Yin in seiner größten Ausprägung. Die Natur steht fast still und hat sich in ihr Innerstes zurückgezogen, sie ruht.

Für uns heißt das: Wir sollen uns an die friedliche Ruhe des Yin anpassen und das ruhende Yang nicht stören. Indem wir uns sammeln, das vergangene Jahr Revue passieren lassen, Kräfte sparen und uns zurücknehmen bereiten wir die Kraft des Frühlings, des neuen Lebens, vor. Aus dem Yin wird wieder ein Yang hervorgehen – so gilt das Wasser als die Quelle neuen Lebens.

Wir sollten also besonderes Augenmerk auf den Funktionskreis Niere legen. Dieser speichert die Essenz (Jing) und ist für unsere Fortpflanzungsfähigkeit verantwortlich. Das Jing ist die stoffliche Basis unseres Lebens. „Die Nieren erwecken das zum Leben, was schläft und verborgen ist“, sagt der Innere Klassiker des Gelben Kaisers. In den Nieren findet sich unser Erbgut, unsere DNA, also unsere angeborene Konstitution. Aber auch unser „erworbenes Potential“ ist hier beheimatet: Wissen, Erfahrungen und Eindrücke werden in den Nieren gespeichert. Wenn wir sagen „etwas geht uns an die Nieren“ meinen wir, dass es unser Innerstes berührt. Wer eine starke Nierenkraft hat, hat Lebensmut und Selbstvertrauen. Angst und Depression haben oft ihren Urspung in einem Nieren-Yang Mangel. Ein Schockerlebnis lässt oft die Haare über Nacht ergauen. So wundert es nicht, dass die Haare der Niere zugeordnet werden, ebenso das Ohr und der salzige Geschmack.

Besonders hüten müssen wir uns im Winter vor der Kälte, sie ist der Feind des Funktionskreises Niere. Sie blockiert und verlangsamt die dynamischen Kräfte (Stichwort: Erkältung) und kriecht uns buchstäblich in die Knochen. Körperlich gehört die Region unterhalb des Nabels zum Funktionskreis: die Lendengegend, der Unterbauch, die Sexualorgane, die Beine. Alle diese Bereiche sind in der Regel kälteempfindlich. Das weiß jeder, der schon mal unter einer Blasenentzündung (die Blase ist der zugeordnete Yang-Funktionskreis) oder einem Hexenschuss gelitten hat.

Wärmende Wintergewürze
Wärmende Wintergewürze

Wärme von außen, von innen und emotional

Wärme ist also das Zauberwort: Mit Wärme von außen und innen können wir den Funktionskreis Niere am besten unterstützen. Fußbäder, Nierenwärmer, Dampfsauna, Wärmflasche, Fangopackung, Moxibustion – die Wärme sollte uns gut tun und uns beflügeln.

In Sachen Ernährung sollten wir ebenfalls auf wärmende und das Yang des Funktionskreis Niere stützende Lebensmittel zurückgreifen: Walnuss (!!!), chinesischer Lauch, Fenchel, Huhn, Schaf und Ziege bis hin zu Wild (Vegetarier sollten im Winter gelegentlich eine Ausnahme machen) tun uns jetzt besondes gut. Hirse, Hafer, Dinkel, Reis sowie Linsen und (schwarze) Bohnen sind die Getreide der Wahl. Und auch wärmende Gewürze wie Anis, Zimt, Kurkuma, Pfeffer und natürlich der Ingwer dürfen im Winter öfter auf den Tisch. Zimtsterne und Lebkuchen haben im Advent also durchaus ihre Berechtigung. Salz zieht die Substanzen nach innen, wir dürfen damit jetzt also etwas großzüger umgehen. Bitteres bewahrt die Substanz ebenfalls. Zu Scharfes sollte vermieden werden, es öftnet die Poren und so hat die Kälte leichtes Spiel. Die Zubereitung sollte möglichst einfach sein: Suppen und Eintöpfe, auch Schmorpfannen und Braten sind zu empfehlen.

Wärmende Gewürztees, Goldene Milch oder auch mal ein selbstgemachter Glühwein unterstützen uns besonders nach kalten Winterspaziergängen. Als Dauergetränk würde ich sie nicht empfehlen, lauwarmes Wasser ist da immer noch die beste Wahl.

Was können wir sonst noch tun?

Viel schlafen, auch mal nein sagen, für echte Entspannung sorgen, uns emotional wärmen durch Geselligkeit, bereichernde Gespräche, Zuneigung und echtes Interesse am Gegenüber. Und die Welt ein bisschen öfter durch neugierige und unbedarfte Kinderaugen sehen! Das sollten wir uns nicht nur an Weihnachten in Erinnerung rufen…

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